Zwischenbericht zum 30. Juni 2026
  • Solide Bilanz als Basis für weiteres Wachstum

  • Erfolgreiche Platzierung eines Schuldscheindarlehens

  • Eigenkapitalquote bei 42,3 %

  • Working Capital Management bleibt im Fokus

Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns lag zum 30. Juni 2026 bei 4.907,3 Mio. € und damit deutlich über dem Wert vom 31. Dezember 2025 (4.574,7 Mio. €).

Aktiva

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 1.885,0 Mio. € auf 1.937,7 Mio. €. Insbesondere die Geschäfts- und Firmenwerte stiegen akquisitionsbedingt an, doch auch die sonstigen Vermögenswerte haben sich erhöht und spiegeln unter anderem höhere Vertragsvermögenswerte aus Mehrjahresverträgen mit Softwarelizenzen wider. Das Sachanlagevermögen blieb hingegen nahezu stabil. Die Anlagenintensität verringerte sich aufgrund der deutlich gestiegenen Bilanzsumme von 41,2 % auf 39,5 %.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 10,4 % beziehungsweise 280,0 Mio. € auf 2.969,6 Mio. €. Die Vorräte sind gegenüber dem Jahresende 2025 um 222,5 Mio. € deutlich gestiegen. Gegenläufig haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelt, diese reduzierten sich um −87,1 Mio. €. Des Weiteren sind die Vertragsvermögenswerte in den sonstigen Vermögenswerten gegenüber dem Jahresende 2025 aufgrund des starken operativen Geschäftsverlaufs von 214,1 Mio. € auf 303,7 Mio. € gestiegen. Die durchschnittliche Außenstandsdauer unserer Forderungen (DSO) hat sich in den ersten sechs Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 39,1 Tagen auf 37,4 Tage weiter verbessert. Die liquiden Mittel stiegen trotz Dividendenzahlung und weiterer Akquisitionen aufgrund der Platzierung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 450 Mio. € um 155,1 Mio. € auf 533,9 Mio. €. Damit haben wir zu attraktiven Konditionen die Finanzierung für weiteres Wachstum gesichert.

Liquidität (inkl. Geld- und Wertpapieranlagen)

in Mio. €

Liquidität (inkl. Geld- und Wertpapieranlagen) (Balkendiagramm)

Das Working Capital ist im Vergleich zum Jahresende um 19,1 % gestiegen und lag zum Stichtag 30. Juni 2026 bei 596,0 Mio. €. Grund für diese Entwicklung war vor allem ein deutlicher Anstieg der Vorräte, der vom Rückgang bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht voll kompensiert werden konnte. In Relation zum annualisierten Geschäftsvolumen ging das Working Capital jedoch von 7,3 % im Vorjahreszeitraum auf 6,8 % zum 30. Juni 2026 zurück.

Working Capital

in Mio. €

Working Capital (Balkendiagramm)

Passiva

Die langfristigen Schulden lagen zum 30. Juni 2026 bei 1.240,0 Mio. € und damit sehr deutlich über dem Wert zu Jahresanfang (791,9 Mio. €). Der größte Anstieg stammte hierbei aus den Finanzverbindlichkeiten aufgrund der Platzierung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 450 Mio. € zur längerfristigen Sicherung unseres Finanzierungsbedarfs im Zusammenhang mit weiterem Wachstum.

Die kurzfristigen Schulden sind hingegen um −137,3 Mio. € auf 1.593,3 Mio. € gesunken. Eine wesentliche Veränderung zeigten hierbei die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, diese gingen um −41,3 Mio. € zurück. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die nach einem hohen Niveau zu Jahresanfang um −34,7 Mio. € gesunken sind.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. Juni 2026 trotz Dividendenausschüttung auf 2.074,0 Mio. € (31. Dezember 2025: 2.052,3 Mio. €). Unsere Eigenkapitalquote verringerte sich jedoch aufgrund der deutlich gestiegenen Bilanzsumme von 44,9 % am Jahresende 2025 auf 42,3 % zum Stichtag.

Eigenkapitalquote

in %

Eigenkapitalquote (Balkendiagramm)

Die annualisierte Rendite auf das Eigenkapital ist von 9,3 % auf 10,4 % gestiegen.

Eigenkapitalrendite

in %

Eigenkapitalrendite (Balkendiagramm)
Bilanzkennzahlen des Bechtle Konzerns

 

 

 

30.06.2026

 

31.12.2025

Bilanzsumme

Mio. €

 

4.907,3

 

4.574,7

Liquide Mittel inkl. Geld- und Wertpapieranlagen

Mio. €

 

537,5

 

452,0

Eigenkapital

Mio. €

 

2.074,0

 

2.052,3

Eigenkapitalquote

%

 

42,3

 

44,9

Nettoverschuldung

Mio. €

 

338,9

 

20,6

Verschuldungsgrad

%

 

136,6

 

122,9

Working Capital

Mio. €

 

596,0

 

500,5

Cashflow

Der operative Cashflow spiegelte im ersten Halbjahr 2026 mit −101,7 Mio. € den starken operativen Geschäftsverlauf – besonders im Juni – wider und blieb somit deutlich unter dem Wert im Vorjahreszeitraum von 24,2 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere folgende Faktoren:

  • Der weitestgehend auftragsgebundene Vorratsbestand wurde nach einem nur geringen Aufbau im Vorjahr aufgrund der starken Belebung unseres Geschäfts sehr deutlich erhöht, was zu einem Mittelabfluss von −227,3 Mio. € führte (Vorjahr: −27,0 Mio. €).

  • Der Mittelabfluss im übrigen Nettovermögen ist von −53,3 Mio. € auf −165,6 Mio. € deutlich gestiegen. Hintergrund ist der Aufbau von Vertragsvermögenswerten (bereits erbrachte, aber noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen), der ebenfalls auf den operativ starken Juni zurückzuführen ist.

  • Demgegenüber ist der Mittelabfluss aus dem Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit −21,9 Mio. € deutlich geringer als im Vorjahr (−147,3 Mio. €).

  • Der Mittelzufluss aus dem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag mit 114,7 Mio. € auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (102,3 Mio. €).

Im zweiten Quartal lag der operative Cashflow bei −112,5 Mio. €, nach 45,2 Mio. € im Vorjahr. Hier waren in nahezu allen Working-Capital -Positionen aufgrund der positiven Geschäftsdynamik zum Quartalsende Mittelabflüsse zu beobachten.

Operativer Cashflow

in Mio. €

Operativer Cashflow (Balkendiagramm)

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2026 bei einem Abfluss von −10,3 Mio. €, nach einem Zufluss von 32,0 Mio. € im Vorjahr. Im Berichtszeitraum fielen höhere Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von −62,9 Mio. € an, im Vorjahreszeitraum beliefen sich diese noch auf −57,5 Mio. €. Darüber hinaus wurden in den ersten sechs Monaten 2026 Auszahlungen für Akquisitionen von −27,8 Mio. € getätigt, hier gab es im Vorjahreszeitraum keine wesentlichen Transaktionen.

Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit flossen uns 264,7 Mio. € zu, nach einem Abfluss von −174,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die deutliche Veränderung begründet sich durch die im Juni 2026 platzierten Schuldscheindarlehen in Höhe von 450 Mio. €. In beiden Jahren wurden Dividenden von 88,2 Mio. € ausgeschüttet.

Der Free Cashflow war im ersten Halbjahr mit −186,8 Mio. € negativ, im Vorjahreszeitraum war aufgrund des deutlich höheren operativen Cashflows ein Wert von −26,0 Mio. € zu verzeichnen. Im zweiten Quartal lag der Free Cashflow bei −142,3 Mio. €.