Zwischenbericht zum 30. Juni 2026
  • Wirtschaftliches Umfeld bleibt herausfordernd

  • Geschäftsklima zeigt leichte Erholungstendenzen

Gesamtwirtschaft

Im ersten Halbjahr 2026 entwickelte sich die Wirtschaft in der Europäischen Union insgesamt verhalten. Nach Angaben der Europäischen Kommission wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,1 %, während sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 0,2 % erhöhte. In den Ländern der Europäischen Union mit Bechtle Präsenz zeigte sich dabei ein heterogenes Bild. Im ersten Quartal reichte die Spannweite von einem Rückgang um −2,0 % in Irland bis zu einem Wachstum von 0,8 % in Ungarn. Im zweiten Quartal verzeichneten Spanien und Tschechien mit jeweils 0,5 % die höchsten Wachstumsraten, während Italien mit −0,1 % einen Rückgang der Wirtschaftsleistung auswies.

In Deutschland konnte das BIP im ersten Quartal um 0,4 % zulegen. Im zweiten Quartal lag das Wachstum bei 0,2 %.

BIP-Entwicklung gegenüber Vorquartal

Business volume (Balkendiagramm)

Die verhaltene gesamtwirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich auch im ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland wider. Nach einer leichten Verbesserung im Februar sank der Index mit Beginn des Irankrieges. Im Mai und Juni konnte sich die Stimmung dann wieder etwas erholen. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hielt sich dabei weitgehend auf stabilem Niveau und erreichte im Juni den höchsten Stand der vergangenen zwei Jahre. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate gingen stärker zurück und konnten sich erst zu Quartalsende wieder leicht erholen.

Branche

Der ifo-Geschäftsklimaindex für IT-Dienstleister zeigte im ersten Halbjahr eine insgesamt rückläufige Entwicklung bei gleichzeitig hoher Volatilität. Während die aktuelle Geschäftslage trotz deutlicher Rückgänge zum Quartalsende noch leicht positiv eingeschätzt wurde, trübten sich die Geschäftserwartungen spürbar ein.

ifo-Geschäftsklimaindex für IT-Dienstleister

ifo-Index für IT-Dienstleister (Liniendiagramm)

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der PC-Markt laut IDC einen Absatzrückgang von fast 5 %. Nach Angaben von Gartner ist diese Entwicklung insbesondere auf steigende Speicherpreise, eine schwächere Nachfrage und ein insgesamt zurückhaltenderes Kaufverhalten der Kunden zurückzuführen. Gleichzeitig zeichnet sich ein Trend hin zu höherpreisigen, KI-fähigen PCs ab.

Gesamteinschätzung

Das erste Halbjahr 2026 war von einem uneinheitlichen Marktumfeld geprägt. Von der Gesamtwirtschaft gab es keinen spürbaren Rückenwind. Die Unsicherheiten aufgrund der geopolitischen Lage sowie den makroökonomischen Herausforderungen sind nach wie vor hoch. Die gestiegenen Energiepreise als Folge des Irankonflikts haben sich ebenfalls belastend ausgewirkt. Positiv ist aber, dass die öffentlichen Auftraggeber aufgrund des bereits im Dezember 2025 verabschiedeten Haushalts Planungssicherheit haben.

Der IT-Markt entwickelt sich besser als die Gesamtwirtschaft. Aber auch hier ist die Stimmung leicht getrübt. Die hohe Nachfrage nach Speicherchips und die in der Folge massiv gestiegenen Preise für Server und Storage sowie PCs führten auch hier zu einer höheren Unsicherheit bei allen Martkteilnehmern. Die IT-Budgets werden ausgeschöpft, allerdings gehen aufgrund der höheren Preise die Stückzahlen im Hardwaregeschäft zurück.

Mit diesem herausfordernden Marktumfeld ist die Bechtle AG im ersten Halbjahr sehr gut zurecht gekommen. Mit unserer Nähe zu den Kunden und zu allen relevanten Herstellerpartnern konnten wir im Interesse aller Beteiligter mit den Herausforderungen gut umgehen.

Die Bechtle AG veröffentlicht keine Prognosen für einzelne Quartale, insofern erübrigt sich ein Vergleich von Ist- mit Planzahlen. Gleichwohl liegen wir mit der Entwicklung bei Geschäftsvolumen, Umsatz und Ergebnis des ersten Halbjahrs 2026 über unserer ursprünglichen Prognose für das Gesamtjahr 2026. Daher hat der Vorstand beschlossen, die Prognose für das Gesamtjahr 2026 zu erhöhen.