Zwischenbericht zum 30. Juni 2026
  • Geschäftsvolumen steigt im ersten Halbjahr um 15,6 %

  • Vorsteuerergebnis legt um 16,2 % zu

  • Wachstum breit getragen von allen Segmenten und Kundengruppen

Auftragsentwicklung

Bechtle geht beim Verkauf von IT-Produkten und bei der Erbringung von Dienstleistungen sowohl kurzfristige als auch über einen längeren Zeitraum laufende Vertragsverhältnisse ein. Das Infrastrukturgeschäft ist weitgehend durch den Abschluss von Handelsgeschäften mit kurzen Bestell- und Lieferzeiten gekennzeichnet. Im Servicegeschäft haben Projektgeschäfte Laufzeiten von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Vor allem in den Bereichen Managed Services und Cloud Computing schließt Bechtle mit den Kunden Rahmen- und Betriebsführungsverträge ab, deren Laufzeiten meist mehrere Jahre betragen.

Im ersten Halbjahr 2026 lag der Auftragseingang bei 4.826 Mio. € und so mit 21,1 % sehr deutlich über Vorjahr (3.984 Mio. €). Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni auf einem neuen Rekordniveau bei 3.535 Mio. € und damit um 10,1 % über dem Wert vom 31. Dezember 2025 (3.210 Mio. €).

Geschäftsvolumen

Das Geschäftsvolumen stieg in den ersten sechs Monaten 2026 um 15,6 % auf 4.501,3 Mio. €. Hier wirkten sich auch die im letzten Jahr getätigten Akquisitionen in den Niederlanden, Spanien und Italien sowie die im ersten Halbjahr 2026 erfolgreich durchgeführten Akquisitionen in Portugal und Ungarn aus. Aber auch organisch lag das Wachstum bei 11,9 %. Diese positive Entwicklung war breit getragen von allen Segmenten und allen Kundengruppen. Nach einem bereits sehr guten ersten Quartal zeigte das zweite Quartal sogar noch höhere Wachstumsraten. Hier schlugen sich auch deutliche Preisanstiege bei der Hardware positiv nieder. Der Anstieg des Geschäftsvolumens lag von April bis Juni bei 18,1 %, rein organisch lag das Wachstum bei 12,9 %.

Geschäftsvolumen

in Mio. €

Geschäftsvolumen (Balkendiagramm)

Alle Segmente haben im ersten Halbjahr zu dieser Entwicklung beigetragen. In Deutschland lag das Wachstum bei 9,7 %, in Frankreich bei 10,4 % und in Benelux bei 11,9 %. Am stärksten stieg mit 40,1 % das Geschäftsvolumen im Segment Sonstiges Europa. Hier trugen die in den letzten zwölf Monaten getätigten Akquisitionen positiv zum Wachstum bei, organisch zeigte sich mit 19,7 % jedoch ebenfalls ein sehr deutlicher Anstieg.

Geschäftsvolumen – Konzern und Segmente in Tsd. €

 

 

H1/2026

 

H1/2025

 

Verände­rung in %

 

Q2/2026

 

Q2/2025

 

Verände­rung in %

Konzern

 

4.501.326

 

3.892.604

 

15,6

 

2.274.149

 

1.925.471

 

18,1

Deutschland

 

2.386.813

 

2.176.211

 

9,7

 

1.215.905

 

1.101.259

 

10,4

Frankreich

 

421.573

 

381.831

 

10,4

 

208.033

 

187.952

 

10,7

Benelux

 

701.971

 

627.266

 

11,9

 

317.472

 

283.361

 

12,0

Sonstiges Europa

 

990.969

 

707.296

 

40,1

 

532.739

 

352.899

 

51,0

Umsatz

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 12,1 % auf 3.303,9 Mio. € (Vorjahr: 2.948,2 Mio. €). Aufgrund des höheren Softwareanteils, der sich nicht in vollem Umfang in den Umsatzerlösen widerspiegelt, lag das Umsatzwachstum unter dem Anstieg im Geschäftsvolumen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 16,5 %. Die organische Entwicklung lag im ersten Halbjahr bei 7,8 % und im zweiten Quartal bei 10,3 %.

Konzernumsatz

in Mio. €

Konzernumsatz (Balkendiagramm)

Beim Blick in die Segmente zeigten im ersten Halbjahr alle Regionen Umsatzwachstum, in Deutschland und in Frankreich in geringerem Maße mit 5,6 % beziehungsweise 4,9 %. In diesen beiden Regionen war ein höheres Wachstum bei der Software zu beobachten. Die Regionen Benelux und Sonstiges Europa zeigten hingegen auch beim Umsatz ein zweistelliges Wachstum von 12,7 % sowie von 36,4 %, letzteres mit wesentlichem Akquisitionseffekt. Aber auch organisch verzeichnete dieses Segment ein sehr deutliches Plus von 13,0 %.

Umsatz – Konzern und Segmente in Tsd. €

 

 

H1/2026

 

H1/2025

 

Verände­rung in %

 

Q2/2026

 

Q2/2025

 

Verände­rung in %

Konzern

 

3.303.889

 

2.948.214

 

12,1

 

1.732.198

 

1.487.178

 

16,5

Deutschland

 

1.833.922

 

1.736.240

 

5,6

 

962.555

 

871.402

 

10,5

Frankreich

 

326.758

 

311.431

 

4,9

 

151.663

 

152.465

 

−0,5

Benelux

 

404.442

 

358.974

 

12,7

 

215.731

 

192.525

 

12,1

Sonstiges Europa

 

738.767

 

541.569

 

36,4

 

402.249

 

270.786

 

48,5

Das Geschäftsvolumen je Mitarbeitendem steigerte sich im ersten Halbjahr auf 307 Tsd. € (Vorjahr: 278 Tsd. €). Der Umsatz je Mitarbeitendem im Konzern belief sich im ersten Halbjahr auf 225 Tsd. € (Vorjahr: 211 Tsd. €).

Ergebnis

Das Bruttoergebnis hat sich im ersten Halbjahr leicht überproportional zum Umsatz entwickelt und lag mit 614,4 Mio. € um 13,2 % sehr deutlich über dem Vorjahr. Die Bruttomarge betrug 18,6 % (Vorjahr: 18,4 %) und war somit leicht höher. Die Umsatzkosten stiegen um 11,8 %. Zwar hat sich der Materialaufwand mit einem Anstieg von 13,0 % leicht überproportional zum Umsatz entwickelt. Doch die Personalkosten stiegen mit 3,4 % deutlich geringer, und die Abschreibungen sowie der sonstige betriebliche Aufwand entwickelten sich weitgehend parallel zum Umsatzwachstum. Im zweiten Quartal war die Entwicklung strukturell vergleichbar, aufgrund des höheren Umsatzwachstums nur auf etwas höherem Niveau.

Bruttomarge

in %

Bruttomarge (Balkendiagramm)

Die Vertriebskosten stiegen im ersten Halbjahr unterproportional zum Umsatz. Sie erhöhten sich um 10,1 % auf 253,0 Mio. €. Der größte Kostenanstieg zeigte sich hierbei bei den Personalkosten, insbesondere bei den variablen Gehaltsbestandteilen. Die Quote ging mit 7,7 % (Vorjahr: 7,8 %) leicht zurück. Die Verwaltungskosten stiegen proportional zum Umsatz um 13,1 % und lagen bei 236,1 Mio. €. Die Verwaltungskostenquote blieb stabil bei 7,1 %. Hier ist die Kostenbasis in allen Positionen in ähnlicher Höhe gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen aufgrund höherer Marketingzuschüsse von 21,4 Mio. € auf 24,0 Mio. €.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 15,7 % auf 234,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge erhöhte sich leicht von 6,9 % auf 7,1 %. Im zweiten Quartal stieg das EBITDA um 18,8 % auf 126,7 Mio. €. Die EBITDA-Marge lag bei 7,3 % (Vorjahr: 7,2 %).

Die Abschreibungen stiegen im ersten Halbjahr um 10,5 % auf 84,9 Mio. € an. Hintergrund sind die in den letzten zwölf Monaten getätigten Akquisitionen und das höhere Investitionsvolumen im Vorjahr. Den größten Anteil an den Abschreibungen haben nach wie vor die Abschreibungen auf Sachanlagen, die im ersten Halbjahr bei 70,0 Mio. € lagen. Die Abschreibungen aus Akquisitionen belaufen sich auf 15,0 Mio. € (Vorjahr: 12,3 Mio. €).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigerte sich um 18,9 % auf 149,2 Mio. €. Die Marge lag mit 4,5 % leicht über dem Vorjahr (4,3 %). Im zweiten Quartal stieg das EBIT um 23,0 % auf 84,1 Mio. €.

Der Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2026 somit ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 141,8 Mio. €, das mit 16,2 % sehr deutlich über dem Vorjahreswert liegt (122,1 Mio. €). Die EBT-Marge stieg auf 4,3 %, nach 4,1 % im Vorjahr. Im zweiten Quartal betrug das EBT 80,2 Mio. €, 20,1 % über Vorjahr. Die EBT-Marge stieg leicht von 4,5 % auf 4,6 %.

EBT und EBT-Marge

in Mio. € und %

EBT und EBT-Marge (Grafik)

Der Steueraufwand erhöhte sich im Berichtszeitraum um 9,1 % auf 39,6 Mio. €. Die Steuerquote verringerte sich damit auf 27,9 %, nach 29,7 % im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern der Aktionäre der Bechtle AG stieg um 18,8 % auf 102,8 Mio. €. Auf Basis von 126 Millionen Aktien betrug das Ergebnis je Aktie (EPS) 0,82 € (Vorjahr: 0,69 €). Im zweiten Quartal lag das EPS bei 0,46 € (Vorjahr: 0,38 €).

EPS

in €

EPS (Balkendiagramm)

In der Segmentbetrachtung stellt sich die Ergebnissituation wie folgt dar:

In den Segmenten zeigte sich in Summe eine sehr gute Ergebnisentwicklung. Das EBIT in Deutschland legte bei leicht gestiegener Marge von 5,1 % um 8,3 % auf 94,4 Mio. € zu. In Frankreich konnte sich die EBIT-Marge wieder verbessern, mit einem EBIT von 8,7 Mio. € stieg sie von 2,2 % auf 2,7 %. Trotz eines nach wie vor schwierigen Umfelds zeigten sich dort erste Verbesserungen durch die im letzten Jahr eingeleiteten Initiativen. In Benelux stieg das EBIT auf 15,7 Mio. €, die Marge lag auf konstantem Niveau bei 3,9 %. Im Segment Sonstiges Europa konnte das EBIT – auch akquisitionsbedingt – um 72,0 % auf 30,5 Mio. € sehr deutlich gesteigert werden, die Marge verbesserte sich ebenfalls von 3,3 % auf 4,1 %.

EBIT – Konzern und Segmente in Tsd. €

 

 

H1/2026

 

H1/2025

 

Verände­rung in %

 

Q2/2026

 

Q2/2025

 

Verände­rung in %

Konzern

 

149.234

 

125.522

 

18,9

 

84.055

 

68.365

 

23,0

Deutschland

 

94.371

 

87.102

 

8,3

 

55.660

 

51.721

 

7,6

Frankreich

 

8.677

 

6.711

 

29,3

 

3.146

 

2.086

 

50,8

Benelux

 

15.671

 

13.968

 

12,2

 

7.557

 

6.812

 

10,9

Sonstiges Europa

 

30.515

 

17.741

 

72,0

 

17.692

 

7.746

 

128,4