Im Folgenden beschreiben wir die Resilienz unserer Strategie und unseres Geschäftsmodells in Bezug auf den Klimawandel und die Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Um proaktiv auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren und die zunehmenden regulatorischen Vorgaben der Europäischen Union zu erfüllen, hat Bechtle 2024 eine Klimarisikoanalyse durchgeführt. Diese ermöglicht es, frühzeitig Risiken und Chancen zu erkennen und Maßnahmen zu entwickeln. Dabei wurden sowohl physische als auch transitorische Risiken und Chancen analysiert. Bechtle hat im Zuge der Erarbeitung der Klimaschutzstrategie 2030 erste Auswirkungen auf den Klimawandel aufgrund von Emissionsentstehungen eruiert und Maßnahmen zur Reduktion erarbeitet. In der Wesentlichkeitsanalyse wurden Auswirkungen auf den Klimawandel umfassend sowohl für den eigenen Geschäftsbereich als auch für die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette identifiziert, bewertet und beschrieben.
Die kritischen Annahmen für die Analyse der Resilienz unseres Geschäftsmodells in Bezug auf transitorische und physische Klimarisiken beruhen auf den verwendeten Klimaszenarien: SSP5-8.5 für physische Klimarisiken und das „Net Zero Emissions 2050 Scenario“ (NZE) der Internationalen Energieagentur (IEA) für transitorische Klimarisiken. Die wichtigsten kritischen Annahmen lauten wie folgt:
SSP5-8.5: Dieses Szenario führt zu einem Temperaturanstieg von 4° Celsius und beschreibt einen gesellschaftlichen Entwicklungspfad, der auf eine weiterhin verstärkte Nutzung fossiler Energieressourcen setzt. Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien sind diese weithin akzeptiert. In Verbindung mit einem globalen energieintensiven Lebensstil hält der immense Anstieg der Treibhausgasemissionen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts an. Zugleich wächst die Weltwirtschaft rasant. Die internationale Zusammenarbeit stellt sicher, dass die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder Unterstützung erhalten.
NZE: Nach Schätzungen der IEA ist dieses Szenario das einzige, das die globale Erwärmung bis 2050 auf 1,5° Celsius begrenzen wird. Es stützt sich auf die Verringerung der weltweiten Energienachfrage und die Verbesserung der Energieeffizienz, die beide dem beschleunigten Wachstum der Weltbevölkerung entgegenwirken werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die langfristige globale Versorgung mit erneuerbaren Energien und der Verzicht auf neue Kohle- und Erdgasstandorte. Ebenso entscheidend sind die Netto-Null-Stromversorgung in Ländern des globalen Südens und das starke Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dort. Allerdings wird bei diesem Entwicklungspfad das Wohlergehen der Bevölkerung als wichtiger angesehen als das BIP. Darüber hinaus werden zunehmend Technologien entwickelt, die dem Umweltschutz und der Verringerung der CO2-Emissionen zugutekommen.
Die Bewertung von kurz-, mittel- und langfristigen transitorischen Risiken und Chancen erfolgte auf der Grundlage des Szenarios „Net Zero Emissions 2050 Scenario“ der IEA. Für die Bewertung der transitorischen Risiken und Chancen wurde eine Recherche durchgeführt, die ein Benchmarking und die wissenschaftlichen Berichte über Klimarisiken in den relevanten Sektoren umfasste. Darüber hinaus wurde ein Fragebogen an Expert:innen aus den Bereichen Immobilienmanagement, Corporate Sustainability Management, IT, Investor Relations und anderen Fachbereichen verschickt. Wesentliche Risiken und Chancen wurden identifiziert und erörtert und somit die Anfälligkeit definiert, Auswirkungen auf Vermögenswerte und Geschäftstätigkeit geprüft sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit und erforderliche Anpassungsmaßnahmen ermittelt. Sowohl bei der Klimarisikoanalyse als auch im Risikokatalog des zentralen Risikomanagements haben wir klimabedingte Risiken aufgenommen und bewertet: Risiko von physischen Schäden aus Naturereignissen aus Sicht des Konzerns, Risiken aus Naturereignissen verbunden mit physischen Schäden (zum Beispiel Hochwasser, Brand, starke Winde) mit direkten Beschädigungen von Firmengebäuden und Arbeitsplätzen und in der Folge eine Beeinträchtigung der Leistungserbringung.
Die Bewertung der physischen Risiken erfolgte mithilfe der Munich Re Location Risk Intelligence Platform für Standorte des eigenen Geschäftsbetriebs. Dafür wurde das Szenario SSP5-8.5/RCP 8.5 bis 2050 genutzt. Für die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette wurden sechs Indizes des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) World Atlas verwendet. Dabei wurden die konkreten regionalen Auswirkungen durch CMIP6-(Coupled Model Untercomparison Project)-Modellprojektionen für kurzfristige (2021 – 2040), mittelfristige (2041 – 2060) und langfristige (2081 – 2100) Zeithorizonte analysiert.
Folgende physische Gefährdungen wurden für Standorte des eigenen Geschäftsbetriebs betrachtet: Sturmfluten, Flussüberschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels, Brandwetterstress, Trockenstress, Hitzestress, Kältestress und Starkniederschläge. Die identifizierten Gefährdungen können die Standorte der Bechtle AG, die Sicherheit der Arbeitskräfte und die Zuverlässigkeit der Lieferketten gefährden. Für Beschaffungs- und Absatzregionen wurden die folgenden Gefährdungen analysiert: Mitteltemperatur, Höchsttemperatur, standardisierter Niederschlagsindex, Oberflächenwind, Meeresspiegelanstieg und aufeinanderfolgende trockene Tage. Die ermittelten Gefahren können die Verfügbarkeit von Ressourcen und den Transport gefährden. Damit können sie die Zuverlässigkeit der vorgelagerten Lieferkette beeinträchtigen sowie die klimatischen Bedingungen bei den Kunden und damit auch den Produktbedarf und die Nachfrage beeinflussen.
Für die Standortauswahl des eigenen Geschäftsbetriebs wurde ein Kritikalitätsansatz gewählt. Er definiert, welche Standorte für den Betrieb des Kerngeschäfts kritisch sind und daher mit dem Munich Re Tool bewertet werden müssen.
Für die Standortauswahl wurde Folgendes festgelegt:
Standorte mit 100+ Vollzeitäquivalenten (FTE): Alle Standorte der Bechtle AG mit mindestens 100 FTE werden in die Bewertung einbezogen.
Logistische Zentren: Darüber hinaus werden alle Logistikzentren aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für das Kerngeschäft sowie ihrer ausgeprägten Standortabhängigkeit einbezogen.
Durch diese Auswahl fokussierte sich die Analyse auf 48 Standorte in acht Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweiz, Vereinigtes Königreich und Taiwan).
Für die physische Klimarisikoanalyse der Wertschöpfungskette wurden die relevanten Regionen anhand klar messbarer Kriterien definiert. Beschaffungsregionen wurden auf Basis des Einkaufsvolumens, Absatzregionen anhand des Umsatzvolumens identifiziert. Daraus ergaben sich zwölf Beschaffungs- und sechs Absatzregionen als Grundlage der Untersuchung. Zusammengefasst wurden Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa, Süd-, Ost- und Südostasien betrachtet. Die Beschaffungs- und/oder Absatzregionen wurden mit den vom IPCC analysierten Regionen in einem Cluster zusammengefasst. Dies ermöglicht eine Gefahrenabschätzung auf regionaler Ebene. Dieser Ansatz ist weniger detailliert als die Verwendung der exakten Geokoordinaten eines Lieferantenstandorts, reicht aber aus, um verschiedene Lieferketten zu analysieren, da er auch die Umgehungsstraßen, Transportwege und möglicherweise die Herkunft von Rohstoffen berücksichtigt. Außerdem werden die Absatzgebiete in der Regel nach Regionen und nicht nach dem spezifischen Standort eines Kunden geclustert.
Die Gefahrenexposition wurde anschließend im Rahmen der Resilienzanalyse bewertet. Für die Standorte wurde als mittleres Risiko der erhöhte Energiebedarf für die Klimatisierung der Standorte durch Hitzestress identifiziert. Weitere standortbezogene Risiken für Gefährdungen aus Sturmfluten, Flussüberschwemmungen, Trockenstress, Kältestress und Starkniederschlägen sind als gering bis mittel eingestuft und erfordern keinen Anpassungsplan. Unsicherheit besteht bei dem mittleren Risiko des erhöhten Energiebedarfs aufgrund von Hitzestress. Da es aber keine hohe Gefährdung darstellt, ist es als nicht wesentliches physisches Risiko eingestuft. Wir begegnen diesem mittleren Risiko mittels Eigenerzeugungsplänen sowie langfristigen Versorgungsverträgen. In der Wertschöpfungskette wurden drei Hauptrisikofaktoren ermittelt: Temperaturanstieg, Niederschlag und Trockenperioden. Die Auswirkungen dieser Faktoren werden als überschaubar eingestuft, da kritische Regionen nur vereinzelte Lieferanten betreffen sowie die Kundenpräferenz stabil ist und von den identifizierten Klimarisiken nicht wesentlich beeinflusst wird.
Folgende wesentlichen transitorischen Risiken und Chancen mit einer hohen Auswirkung wurden identifiziert:
Bezeichnung klimabezogene Risiken/klimabezogene Chancen |
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Kategorie |
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Beschreibung |
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Steigende Beschaffungskosten |
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Transitorisches Risiko (Markt) |
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Preiserhöhungen aufgrund steigender CO2-Reduktionsziele/Preisschwankungen bei Produkten |
Nachhaltigkeitsfragen und Unsicherheiten in der Wertschöpfungskette (vor- und nachgelagert) |
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Transitorisches Risiko (Reputation) |
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Sinkende Nachfrage aufgrund eines unzureichenden Managements von Klima- und Umweltrisiken in der Lieferkette; höherer Aufwand zur Sicherstellung der Sorgfaltspflicht |
Umsetzung von Energie- und Stromsparmaßnahmen |
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Transitorische Chance (Ressourceneffizienz) |
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Durchführung von Maßnahmen zur Energie-/Stromeinsparung und eine dadurch mögliche Reduktion des Energieverbrauchs, was wiederum zu einer Kostenreduktion führt |
Weitere transitorische Chancen mit einer geringeren Auswirkung sind:
Umstellung auf dezentrale Energieerzeugung/Ausbau der erneuerbaren Energien/Umstellung auf effizientere Gebäude (Energiequelle): weniger Energieeinkauf durch eigene Stromerzeugung (zum Beispiel durch Solarzellen)
Nutzung emissionsärmerer Energiequellen (Energiequelle): Wechsel zu erneuerbaren Strom- und Energieressourcen, was zu einer geringeren Anfälligkeit für künftige Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen, einer geringeren Anfälligkeit für Änderungen bei den Kohlenstoffkosten und einer höheren Kapitalverfügbarkeit führt
Verbesserte Kapitalverfügbarkeit (Markt): Die Verfügbarkeit von nachhaltigeren Produkten und eine gute Klimaperformance kann die Investitionen in Unternehmen und somit die Kapitalverfügbarkeit erhöhen.
Verschiebung der Verbraucherpräferenz und Steigerung des Markenwerts (Resilienz): Eine starke Reaktion auf klimabedingte Herausforderungen kann eine positive Marke aufbauen.
Verschiebung des Bewerbenden- und Arbeitnehmerverhaltens (Resilienz): Potenzielle Arbeitnehmer:innen konzentrieren sich auf die Unternehmensverantwortung.
Weitere transitorische Risiken mit einer geringeren Auswirkung sind:
Geringere Kapitalverfügbarkeit (Markt): Die Verfügbarkeit von Kapital wird zunehmend auch von der Klimaperformance des Unternehmens abhängig gemacht.
Einsatz emissionsärmerer Energieträger (Markt): Zusätzliche Kosten für den Kauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen führen zu höheren Betriebskosten.
Abnehmende Sicherheit der Energieversorgung/Preise (Markt & Technologieveränderungen): Fluktuation der Energiepreise, abrupte und unerwartete Verschiebungen der Energiekosten
Erhöhte Preisgestaltung für Treibhausgasemissionen (Kohlenstoffsteuer; ETS) (Politik & Recht): steigende Kosten für Energie und Stromverbrauch, was zu einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit führt
Zunehmender Druck der Investor:innen in Bezug auf die Umweltleistung von Unternehmen und Produkten/Dienstleistungen (Reputation): Risiko des Verlustes von Investor:innen; Investor:innen stellen höhere Anforderungen an Nachhaltigkeitskriterien bei Investitionen.
Zunehmender Druck der Interessengruppen/negatives Stakeholder-Feedback (etwa Investor:innen, Kunden, Arbeitskräfte) (Reputation): Verlust von Wettbewerbsvorteilen durch zunehmendes negatives Stakeholder-Feedback, verringerte Produktionskapazitäten (zum Beispiel verzögerte Planungsgenehmigungen, Unterbrechungen der Lieferkette), negative Auswirkungen auf Personalmanagement und ‑planung (zum Beispiel Gewinnung und Bindung von Arbeitnehmer:innen), negative Auswirkungen auf die Attraktivität für Investor:innen.
Umweltverschmutzung
In unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir im Hinblick auf Umweltverschmutzung entlang unserer Wertschöpfungskette sieben negative Auswirkungen festgestellt. Der Prozess der Identifikation möglicher IROs im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung erfolgt auf Basis eines Screenings der Bechtle Standorte sowie Aktivitäten beziehungsweise relevanten Schnittstellen zur Umwelt. Alle direkten Unternehmensstandorte sowie relevante Tätigkeiten der Wertschöpfungskette wurden geprüft. Fokussiert wurden wesentliche vorgelagerte Aktivitäten (insbesondere Beschaffung und Transport von IT-Hardware) und nachgelagerte Aktivitäten (Entsorgung, Recycling). Auf Basis vorhandener Unternehmensdaten und im Rahmen von Quellen- und Desk-Recherchen sowie von Interviews wurden mögliche Ursachen beleuchtet, IROs abgeleitet und anschließend anhand von Schweregrad und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
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E2 – Luftverschmutzung |
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Negative Auswirkungen auf die Luftqualität aufgrund toxischer Emissionen und Schwermetallemissionen (Quecksilber) bei der Gewinnung von Rohstoffen (Fokus: Gold, Cobalt, Zinn, Wolfram, Tantal) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Durch Rodung, Aushub, Transport und Sprengungen in Minen von Seltenen Erden und Metallen, die in den vertriebenen Bechtle Produkten enthalten sind, werden toxische Emissionen freigesetzt. Goldraffinerien verursachen große Mengen von hochgiftigen Quecksilberemissionen. Die Luftverschmutzung infolge dieser Emissionen hat negative Auswirkungen auf den Menschen, auf Ökosysteme und das Klima. So treten Atemwegsprobleme und schwere Lungenerkrankungen selbst bei Menschen auf, die mehrere Kilometer von den Minen entfernt leben. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkungen auf die Luftqualität durch die informelle Entsorgung von Elektronikschrott (Annahme: Entsorgung findet im globalen Süden statt) |
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potenziell |
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kurzfristig |
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nachgelagert |
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Die Entsorgung von Bechtle Produkten in der nachgelagerten Wertschöpfungskette kann zu Luftverschmutzung führen. Beim Recycling von Elektronikschrott (E-Waste) entstehen durch die Verbrennung von Elektronikkomponenten giftige Dämpfe. In der Folge kommt es zu Belastungen für die menschliche Gesundheit (Atemwegserkrankungen) und Auswirkungen auf Ökosysteme (Übersäuerung und -düngung). |
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Geschäftsbeziehung in der nachgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E2 – Wasserverschmutzung |
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Negative Auswirkungen auf die Wasserqualität durch Wasserverschmutzung beim Rohstoffabbau für sowie Weiterverarbeitungsphasen der von Bechtle vertriebenen Produkte |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Beim Abbau von Lithium und Edelmetallen (Gold) werden Chemikalien (unter anderem Quecksilber) genutzt, die das Grundwasser verschmutzen. Außerdem gelangen nicht verwertbare Schwermetalle in die Umwelt (Goldabbau in Brasilien, China). Bei der Weiterverarbeitung von Rohstoffen und der Produktion der von Bechtle vertriebenen Elektronik werden große Mengen an Wasser benötigt. Im Rahmen dieser Prozesse wird das Wasser durch metallische Rohstoffe verunreinigt. Durch die Wasserverschmutzung entstehen negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Die Wasserverschmutzung kann zu Krankheiten (Malaria) führen. Ebenfalls ist die Artenvielfalt vieler Tiere und Pflanzen bedroht, wodurch Ökosysteme geschwächt werden. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E2 – Bodenverschmutzung |
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Negative Auswirkungen auf die Bodenqualität durch den Eintrag von Schadstoffen bei der Gewinnung der Rohstoffe, die zur Produktion von durch Bechtle vertriebener Hardware eingesetzt werden |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Durch den Abbau von Rohstoffen kann der Boden mit hoher Wahrscheinlichkeit kontaminiert werden. Durch den Goldabbau in Brasilien wird indigenes Land zerstört und illegal genutzt. Im brasilianischen Amazonasgebiet wird Quecksilber in den Gesteinsschlamm gemischt, um darin enthaltenes Gold herauszulösen und zu binden. Die Veränderung und Vergiftung des Bodens wirken sich negativ auf Pflanzen, Tiere und Menschen aus. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E2 – Besonders besorgniserregende Stoffe & besorgniserregende Stoffe |
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Negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt durch die Verwendung von Flammschutzmitteln in der Produktion der von Bechtle vertriebenen Hardware |
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potenziell |
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kurzfristig |
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vorgelagert |
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Bei der Produktion sowie in der von Bechtle vertriebenen Hardware werden einige chemische Stoffe verwendet. Diese kommen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette während der Produktion zum Einsatz. Zwei Beispiele für potenziell gefährliche Stoffe sind Flammschutzmittel, die in IT-Produkten enthalten sind, um die Sicherheitsanforderungen an die Entflammbarkeit zu erfüllen, und Weichmacher, die verwendet werden, um Kunststoffe, insbesondere Kabel, haltbarer und flexibler zu machen. Während diese Chemikalien ein Problem lösen, besteht die Gefahr, dass sie ein anderes verursachen, nämlich Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die das Hormonsystem stören und das Risiko für Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsprobleme und Krebs erhöhen können. Diese Stoffe sind häufig persistent und akkumulieren sich in lebenden Organismen. Das bedeutet, dass selbst kleine Mengen langfristig ernsthafte Gesundheitsprobleme und Umweltschäden verursachen können. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt durch die Verwendung von Schwermetallen in der Produktion der von Bechtle vertriebenen Hardware |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Bei der Produktion der von Bechtle vertriebenen Hardware in der vorgelagerten Wertschöpfungskette werden verschiedene chemische Stoffe verwendet. Hierzu zählen unter anderem Schwermetalle, zum Beispiel Cadmium, Quecksilber, Blei und sechswertiges Chrom. Sie werden zur Herstellung von Kunststoffen, Farben und Komponenten wie Bildschirmhintergrundbeleuchtungen und Leiterplatten verwendet und gelten als systematische Giftstoffe. Von diesen ist bekannt, dass sie selbst bei geringer Exposition mehrere Organe schädigen können. Außerdem werden sie von der US-Umweltschutzbehörde und der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als krebserregend für den Menschen eingestuft. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E2 – Mikroplastik |
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Negative Auswirkungen auf die Umwelt durch die Verwendung von Kunststoff in der Produktion der von Bechtle vertriebenen Hardware |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Durch die Kunststoffanteile der vertriebenen Elektrogeräte trägt Bechtle dazu bei, den Mikroplastikanteil in der Umwelt zu erhöhen. Mikroplastik zieht Umweltgifte an, wird von Meeresorganismen gefressen und ist nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Die wesentlichen negativen Auswirkungen betreffen das Thema Umweltverschmutzung in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Dazu zählen Luftverschmutzungen durch toxische Emissionen bei der Rohstoffgewinnung, durch Schwermetalle (Quecksilber) sowie bei der illegalen Entsorgung von Elektronikschrott. Dies kann zu Atemwegserkrankungen, Lungenschäden bei Arbeitskräften und Anwohner:innen sowie zu Umwelt- und Klimabelastungen führen. Durch den Einsatz von Chemikalien und Schwermetallen wie Quecksilber beim Abbau von Lithium und Rohstoffen sowie in der Weiterverarbeitung kommt es zu Wasser- und Bodenverschmutzungen, die die Gesundheit der Arbeitskräfte und Anwohner:innen sowie die Ökosysteme der betroffenen Gemeinschaften gefährden.
Bechtle bietet mit seinem Geschäftsmodell Kunden aus dem B2B-Bereich Hard- und Softwareprodukte, IT-Lösungen sowie IT-Dienstleistungen an. Der Vertrieb von IT-Hardware macht einen signifikanten Anteil unseres Geschäftsvolumens aus. Da die identifizierten wesentlichen negativen Auswirkungen im Bereich Umweltverschmutzung insbesondere mit den in IT-Hardware verbauten Rohstoffen zusammenhängen, haben wir einen indirekten Anteil – auch wenn sie nicht im Rahmen unserer eigenen Geschäftstätigkeit auftreten und wir keinen direkten Einfluss nehmen können. Im Rahmen unserer nachhaltigen Beschaffungsstrategie und unseres Konzepts für nachhaltige Logistik sind wir bestrebt, die wesentlichen negativen Auswirkungen im Bereich Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung auch im Zusammenwirken mit unseren Partnern in der Lieferkette zu vermindern.
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
In unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir im Hinblick auf Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft drei negative Auswirkungen und eine Chance festgestellt. Der Prozess der Identifikation möglicher IROs im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft erfolgt auf Basis eines Screenings der Bechtle Standorte sowie von Aktivitäten beziehungsweise relevanten Schnittstellen. Alle direkten Unternehmensstandorte sowie relevante Tätigkeiten der Wertschöpfungskette wurden geprüft. Fokussiert wurden dabei vor- und nachgelagerte Aktivtäten aufgrund ihrer besonderen Relevanz für das Thema Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Bechtle hat in diesem Zusammenhang auch seine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten überprüft, um tatsächliche und potenzielle wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft zu identifizieren und zu bewerten. Dabei wurden ökologische Aspekte der Ressourcennutzung (unter anderem Materialeinsatz & Abfall) sowie Chancen im Bereich Kreislaufwirtschaft unter Nutzung von Deskresearch berücksichtigt.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
E5 – Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung |
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Negative Auswirkungen auf die Umwelt durch die Entnahme und Aufbereitung von Rohstoffen, die für die von Bechtle vertriebene Hardware benötigt werden |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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In der Rohstoffgewinnung entstehen negative Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Abbau von abiotischen (fossile Energieträger, Erze sowie sonstige mineralische Rohstoffe) und biotischen (pflanzliche Biomasse) Ressourcen. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkungen auf die Umwelt (Regenerationsfähigkeit der Erde) durch die Nutzung von natürlichen Ressourcen, die begrenzt zur Verfügung stehen |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Der Einsatz von Ressourcen ist in dem Bereich des Rohstoffabbaus für die Elektronikindustrie sehr hoch. Die Bechtle Hardware wird aus wertvollen Ressourcen wie Gold, Wolfram oder Seltenerdmetallen hergestellt. Diese gelten als wertvolle Ressourcen, die auf der Erde immer knapper werden. Für die Herstellung von Hardware kommt es immer wieder zu einem Neumaterialeinsatz. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Monetäre Chancen sowie Wettbewerbsvorteile durch den Vertrieb von digitalen Technologien, Produkten und IT-Lösungen mit verantwortungsvollen Ressourcenzuflüssen (und Ressourcennutzung) |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Monetäre Chancen durch den Vertrieb von digitalen Technologien, Produkten und IT-Lösungen mit verantwortungsvollen Ressourcenzuflüssen (und Ressourcennutzung). Wettbewerbsvorteil/Imagegewinn: |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E5 – Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen |
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Negative Auswirkungen auf die Umwelt durch nicht nachhaltigen Einsatz von Ressourcen, die in der vertriebenen Bechtle Hardware enthalten sind |
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tatsächlich |
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n/a |
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eigener Geschäftsbereich |
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Da der IT-Markt von einer hohen technologischen Innovationsgeschwindigkeit und vergleichsweise kurzen Produktzyklen geprägt ist, werden die in der von Bechtle vertriebenen Hardware enthaltenen Ressourcen nicht nachhaltig verbraucht. Durch den Fokus auf Wirtschaftswachstum inklusive Stückmengenerhöhung wirken sich die Tätigkeiten von Bechtle negativ auf die Ressourcenverwendung und -verwertung aus. Mehr Umsatz im Hardwarebereich bedeutet mehr Produkte und somit mehr Ressourcenabflüsse. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Bei der Produktion der IT-Hardware werden große Mengen an fossilen Brennstoffen und Biomasse benötigt, die zu einer Verknappung von Ressourcen, Wasser und Land führen. Verstärkt wird diese negative Auswirkung durch kurze Produktzyklen im IT-Markt, die zu hohen Ressourcenabflüssen und verstärkten Umweltproblemen führen. Nur etwa 35 % der in IT-Hardware verbauten Rohstoffe werden recycelt; dies erhöht den Bedarf an Primärrohstoffen. Als Händler ist unser direkter Einfluss auf negative Auswirkungen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette begrenzt. Die negative Umweltbelastung entsteht primär in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Rohstoffgewinnung und Produktion.
Über die Länge der Nutzung entscheiden unsere Kunden. Wir erkennen einen indirekten Einfluss auf Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft an, da wir mit IT-Hardware einen signifikanten Anteil unseres Geschäftsvolumens erzielen. Im Rahmen unserer nachhaltigen Beschaffungsstrategie sowie unserer Konzepte für Kreislaufwirtschaft und eine nachhaltige Logistik sind wir bemüht, die negative Auswirkung im Kontext der Ressourcennutzung durch Bewusstseinsschaffung zu reduzieren und mit Maßnahmen zur Ressourceneffizienz geschäftliche Chancen zu nutzen.
Arbeitskräfte des Unternehmens
Wir konnten zwei wesentliche Risiken und eine positive Auswirkung für das Thema Arbeitskräfte des Unternehmens im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse identifizieren.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
S1 – Arbeitsbedingungen: Angemessene Entlohnung |
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Reputationsrisiko und Wettbewerbsnachteil |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Wir haben sowohl ein Reputationsrisiko als auch einen Wettbewerbsnachteil identifizieren können, sollte angenommen werden, Bechtle zahle keine fairen Löhne. In diesem Fall könnte es, im Vergleich zu direkten Konkurrenten, möglicherweise schwieriger sein qualifizierte neue Arbeitskräfte zu gewinnen. Ebenso könnte eine höhere Fluktuation innerhalb der Bestandsbelegschaft daraus resultieren. Mögliche Konsequenzen könnten höhere Kosten, Auftragsverluste oder Projektverschiebungen aufgrund von geringeren Arbeitskapazitäten und fehlenden Fachkräften sein. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
S1 – Arbeitsbedingungen: Gesundheitsschutz und Sicherheit |
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Positive Auswirkung auf das Wohlbefinden der Bechtle Arbeitnehmer:innen |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Ein ausgeprägter Gesundheitsschutz im Unternehmen kann zur Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit der Menschen führen. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) von Bechtle bietet zahlreiche Maßnahmen und Angebote für die Mitarbeitenden an – von Yoga- oder Fitnesskursen bis hin zu Gesundheitsuntersuchungen. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
S1 – Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle: Vielfalt |
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Risiko von Abstieg oder Verluste an ESG-Ratings am Finanzmarkt |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Es besteht das Risiko von Abstieg oder Verlusten an ESG-Ratings am Finanzmarkt durch nicht ausreichende oder fehlende KPIs im Bereich „Soziales“ (zum Beispiel Diversitäts-KPIs wie Frauenquoten im AR), mit der Folge eines negativen Einflusses auf die Aktie sowie auf den Zugang zu Finanzierungsmitteln, des Herausfallens aus Investitionsrastern bei bestimmten Investoren oder Vertragsstrafen von bestehenden Finanzierungsverträgen bei Nichteinhaltung der KPIs. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
In unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir drei negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette identifiziert:
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
S2 – Arbeitsbedingungen: Sichere Beschäftigung |
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Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeitskräfte in der Rohstoffgewinnung durch fehlende Arbeitssicherheit (Land: Kongo) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Durch den Abbau von seltenen Erden (Cobalt) und Konfliktmaterialien (Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) in Minen im Kongo und die dortige Kontrolle der Minen durch das Militär sind die Arbeitskräfte immer wieder Gewalt ausgesetzt und es kommt teilweise zu Tötungen. Fehlende Arbeitssicherheitsmaßnahmen führen zu direkten gesundheitlichen Gefährdungen der Arbeitskräfte. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
S2 – Sonstige arbeitsbezogene Rechte: Kinderarbeit |
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Negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die körperliche und seelische Entwicklung der betroffenen Kinder durch den Einsatz von ausbeuterischer und gefährlicher Kinderarbeit in der Rohstoffgewinnung (Land: Kongo). |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Bei der Rohstoffgewinnung in den Minen im Kongo wird vermehrt Kinderarbeit eingesetzt. Dies wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Entwicklung der betroffenen Kinder aus. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Kinder durch den Einsatz von ausbeuterischer und gefährlicher Kinderarbeit in der Hardwareherstellung (Land: China). |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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In China werden Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren in der Produktion von IT-Hardwareprodukten eingesetzt. Dies geschieht vor allem in der Provinz Guangdong. Hier gibt es teilweise Vereinbarungen zwischen Schulen und Fabriken, sodass die Kinder von den Schulen in die Fabriken gesendet werden, was als „Ausbildung“ deklariert wird. Die Kinder werden meist in den Fabriken festgehalten und erhalten so gut wie keine monetäre Kompensation. Dies wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden sowie die psychische Gesundheit der Kinder aus. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Das Geschäftsmodell von Bechtle ist eng mit globalen Lieferketten verbunden, in denen unterschiedliche Herausforderungen im Bereich der Arbeitsbedingungen und Menschenrechte bestehen. Insbesondere in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, etwa im Rohstoffabbau und der Hardwareproduktion, können Risiken in Bezug auf Arbeitssicherheit, Gesundheitsstandards und soziale Aspekte auftreten. Wir haben diese negativen Auswirkungen als Teil unseres Geschäftsmodells identifiziert, da der Handel von IT-Produkten und ‑Lösungen, deren Herstellung tief in globale Lieferketten eingebettet ist, den Kern unseres Geschäftsmodells bildet. Somit haben wir nur einen begrenzten direkten Einfluss. Wir bekennen uns zu den universellen Prinzipien des UN Global Compact (UNGC) sowie zu weiteren international anerkannten Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Dieser Verantwortung kommen wir an unseren eigenen Standorten nach und erwarten dies auch von unseren Geschäftspartnern. Bechtle erkennt diese Herausforderungen an und setzt gezielt Maßnahmen um, um mögliche negative Auswirkungen zu minimieren und die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards entlang der Lieferkette zu fördern.
Unser Unternehmen ist in globalen, komplexen Lieferketten tätig. Wir konnten aus der Analyse der Recherchequellen sowohl bei Herstellern als auch im Rahmen des vorgelagerten Rohstoffabbaus aufgrund landesspezifischer menschenrechtlicher Belange negative Auswirkungen auf die Arbeitskräfte feststellen. Zu den Arbeitskräften, die von Menschenrechtsverletzungen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette besonders betroffen sein können, gehören insbesondere diejenigen, die Konfliktmineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal und Gold in Bergwerken abbauen, verarbeiten und transportieren.
Diese Arbeit erfolgt in unserer Lieferkette insbesondere in China und im Kongo, wo fehlender Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Einsatz von Kinderarbeit nach Angaben unabhängiger Beobachter:innen noch weit verbreitet sind. Die wesentlichen negativen Auswirkungen in unserer Wertschöpfungskette sind gängig und systemisch. Dies betrifft insbesondere: Kinder- und Zwangsarbeit in der Rohstoffgewinnung, vor allem in Minen im Kongo, wo Seltene Erden und Konfliktmineralien abgebaut werden; Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Hardwareproduktion, insbesondere in China, wo unabhängige Beobachter:innen unzureichende Schutzmaßnahmen feststellten; Gewalt und unsichere Arbeitsbedingungen in der Rohstoffgewinnung im Kongo. Diese sind nicht auf individuelle Vorfälle beschränkt, sondern betreffen strukturelle Herausforderungen in den Ländern des Rohstoffabbaus sowie der Produktion und sind damit Teil der globalen Lieferketten. Bechtle erkennt diese Problematik an und setzt Maßnahmen zur Reduktion der Auswirkungen um. Bechtle hat eine nachhaltige Beschaffungsstrategie veröffentlicht, die vier Fokusthemen umfasst. In Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette steht das Thema Transparenz und Verantwortung in der Lieferkette im Mittelpunkt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, gemeinsam mit Lieferanten und Herstellern die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards sicherzustellen. Dazu führt Bechtle eine umfassende Lieferantenrisikoanalyse durch und leitet daraus Präventionsmaßnahmen ab. Ergänzend werden beispielsweise Lieferantenaudits über EcoVadis durchgeführt sowie der Verhaltenskodex für Lieferanten von Gütern und Dienstleistungen angewendet. Der Menschenrechtsbeauftragte übernimmt hierbei eine zentrale Rolle: Er überwacht die Risikoanalyse einschließlich Bewertung, definiert Maßnahmen zur Minimierung der identifizierten Risiken, präsentiert die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen an den Vorstand und prüft die Wirksamkeit sowie Angemessenheit der umgesetzten Maßnahmen.
Wir haben im Rahmen der Vorbereitung der Nachhaltigkeitsrisikoanalyse und der Beschäftigung mit dem Thema globaler Lieferketten sowie während des Prozesses der Wesentlichkeitsanalyse ein Verständnis dafür entwickelt, dass Menschen, die direkt mit dem Abbau, der Verarbeitung oder dem Transport von Konfliktmineralien betraut sind, stärker durch negative Auswirkungen gefährdet sind. Ebenso ist uns bewusst, dass Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette speziell in Produktionsländern von Konfliktmaterialien besonders unter fehlendem bzw. mangelhaftem Arbeitsschutz oder Kinderarbeit leiden.
Verbraucher und Endnutzer
In unserer Wesentlichkeitsanalyse konnten wir für das Thema Verbraucher und Endnutzer eine Chance und ein Risiko identifizieren.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
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S4 – Persönliche Sicherheit von Verbrauchern und/oder Endnutzern |
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Chance und Risiko |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigenes Geschäft |
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Chancen für die Hardwarebranche birgt der zunehmende Umfang von Cybersicherheitsbedrohungen, da eine effektive Produktsicherheit eine Quelle von Wettbewerbsvorteilen sein kann, die den Unternehmen hilft, ihre Umsätze zu steigern und ihren Marktanteil zu vergrößern. Darüber hinaus können Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und damit zusammenhängende staatliche Maßnahmen dieser Branche durch die Möglichkeit von Aufträgen des Bundes und die Bereitstellung von Sicherheitsprodukten auch als einkommenssteigernde Möglichkeiten dienen. Gleichzeitig besteht das Risiko einer Gefährdung der Sicherheit dieser Daten durch technische Defekte, Softwarefehler oder organisatorische Fehlleistungen. Dadurch könnten für den Bechtle Konzern Forderungen von Schadensersatz, Strafzahlungen und Imageschäden resultieren. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Wir beobachten aktuell keine finanziellen Effekte der wesentlichen Chance und des Risikos auf unsere Finanz- und Ertragslage oder unsere Zahlungsströme, auch nicht im nächsten Berichtszeitraum. Die Widerstandsfähigkeit unserer Strategie und des Geschäftsmodells prüfen wir anhand der regelmäßig durchgeführten Risikoabfragen durch das zentrale Risikomanagement.
Die zunehmende Bedeutung von Informationssicherheit und Datenschutz stellt für Bechtle eine wesentliche Chance und ein Risiko dar und ist ein integraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells, insbesondere bei datenintensiven Dienstleistungen (z. B. Managed Services). Neue regulatorische Vorgaben wie NIS 2, die seit Oktober 2024 strengere Anforderungen an Unternehmen und Organisationen in kritischen und wichtigen Sektoren stellen, eröffnen die Möglichkeit, durch robuste Sicherheitsmaßnahmen Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Dies war einer der Beweggründe für die Bechtle IT, im Jahr 2024 eine Strategie zur Informationssicherheit zu erarbeiten, die im Laufe des Geschäftsjahres 2025 verabschiedet wurde. Investitionen in die Verbesserung der Zuverlässigkeit und Qualität unserer IT-Infrastruktur und ‑Dienstleistungen können zum einen das Risiko minimieren, aber auch die Chance eröffnen, Kunden zu binden, Einnahmen zu erzielen und neue Märkte zu erschließen.
Unternehmensführung
In unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir im Hinblick auf das Thema Unternehmensführung zwei Risiken identifiziert. Dabei wurden die folgenden relevanten Kriterien berücksichtigt, um eine umfassende und fundierte Analyse sicherzustellen.
Standort: Die Analyse umfasst alle geografischen Regionen, in denen Bechtle operativ tätig ist, einschließlich der Hauptstandorte in Deutschland und den internationalen Niederlassungen.
Tätigkeit: Das Verfahren umfasst sämtliche Geschäftsbereiche von Bechtle, insbesondere IT-Dienstleistungen, IT-Handel, Cloud-Services und Bechtle Circular IT. Unterschiedliche Tätigkeiten werden hinsichtlich ihrer spezifischen Risiken und Chancen analysiert, um branchentypische sowie unternehmensspezifische Faktoren abzubilden.
Sektor: Bechtle orientiert sich an den Besonderheiten der IT-Branche, die stark von technologischer Innovation geprägt ist.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung |
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G1 – Unternehmenskultur |
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Risiko von Abstieg oder Verlusten an ESG-Ratings am Finanzmarkt |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Risiko von Abstieg oder Verlusten an ESG-Ratings am Finanzmarkt durch nicht ausreichende oder fehlende KPIs im Bereich „Governance“ mit der Folge eines negativen Einflusses auf die Aktie sowie auf Zugang zu Finanzierungsmitteln, des Herausausfallens aus Investitionsrastern bei bestimmten Investoren oder Vertragsstrafen von bestehenden Finanzierungsverträgen bei Nichteinhaltung der KPIs. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
G1 – Korruption und Bestechung |
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Risiko von Korruption durch Intransparenz von Geschäftspraktiken |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Risiko von Korruption durch Intransparenz von Geschäftspraktiken (weniger Verlässlichkeit auf Geschäftspartner oder Arbeitskräfte) und dadurch mögliches Compliance-Risiko. Die Verwicklung in Korruptionsfälle kann im Zuge einer Verurteilung zu Geldstrafen für Bechtle führen. Sekundär wird daraus ein Reputationsrisiko, wenn Vorfälle öffentlich werden und das Vertrauen in die Integrität des Unternehmens leidet. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Wir beobachten aktuell keine Effekte der wesentlichen Risiken auf unsere Finanz- und Ertragslage oder unsere Zahlungsströme. Auch wesentliche Risiken und Chancen, bei denen im nächsten Berichtszeitraum ein erhebliches Risiko einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte der im zugehörigen Abschluss ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten besteht, erkennen wir derzeit nicht. Die Widerstandsfähigkeit unserer Strategie und des Geschäftsmodells prüfen wir anhand der regelmäßig durchgeführten Risikoabfragen durch das zentrale Risikomanagement.