Geschäftsbericht 2025

Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Im Anschluss an die im Berichtsjahr erfolgte Finalisierung des Konzepts der Bechtle Circular IT und der nachhaltigen Beschaffungs­strategie ist die Erarbeitung von messbaren, ergebnisorientierten Zielen in Bezug auf die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen geplant. Für diesen Prozess ist ein Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Darüber hinaus werden die Maßnahmen der Beschaffungsstrategie nachverfolgt und regelmäßig überprüft – sowohl hinsichtlich ihrer fristgerechten Umsetzung als auch ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die wesentlichen nachhaltigkeits­bezogenen IROs. Im Bereich Bechtle Circular IT sind beispielhaft Re-Marketing (Verkauf von Refurbished IT)- und Recycling-Quoten als mögliche Kennzahlen angedacht.

Ressourcenzuflüsse

Bechtle generiert einen signifikanten Anteil seines Geschäftsvolumens mit IT-Hardware wie Computern, Notebooks, Servern, Netzwerktechnik und Peripheriegeräten, deren wesentliche Materialien Metalle (zum Beispiel Aluminium und Kupfer), Kunststoffe sowie kritische Rohstoffe und Seltene Erden (zum Beispiel Neodym, Tantal und Kobalt) umfassen. Die Verpackungen bestehen überwiegend aus Karton, Kunststoff und teilweise aus recyclingfähigen Materialien. In der vorgela­gerten Wertschöpfungskette wird zudem Wasser für die Produktion von Halbleitern und anderen Komponenten benötigt. Sachanlagen wie Produktionsmaschinen und Logistikzentren spielen eine zentrale Rolle bei der Herstellung und Distribution der Produkte. Bechtle Circular IT ist die zentrale Geschäftseinheit innerhalb der Bechtle Logistik & Service GmbH zur Umsetzung der Kreislauf­wirt­schaft im Bereich von IT-Produkten. Durch die Wiederverwendung, Aufbereitung und nachhaltige Verwertung gebrauchter IT-Geräte leistet diese einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung.

Ressourcenabflüsse

Die Ressourcenabflüsse von Bechtle stehen in enger Verbindung mit den wesentlichen IROs im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen unserer Geschäftsaktivitäten fallen insbesondere bei unseren Kunden Abfälle aus der Entsorgung von IT-Hardware an, die wertvolle Rohstoffe wie Gold, Wolfram und Seltene Erden enthalten.

Produkte und Materialien

Die Hersteller von IT-Hardware geben in ihren Produktdatenblättern eine erwartete Haltbarkeit an; diese ist aber vom jeweiligen Produkttyp abhängig und unterscheidet sich zudem zwischen den Modellen.

Folgende durchschnittliche erwartete Haltbarkeit konnten wir auf Basis von Produktdatenblättern etablierter Hersteller für folgende Produktgruppen ermitteln: Monitore fünf Jahre, Desktop-PCs fünf Jahre, Workstations fünf Jahre, Notebooks vier Jahre, Tablets drei Jahre, Smartphones zwei Jahre, Server fünf Jahre, Storage-Systeme vier Jahre, Dockingstationen vier Jahre, Thin Clients vier Jahre und Drucker fünf Jahre.

Branchendurchschnitte sind nur wenige verfügbar. So weist das Öko-Institut Freiburg in einer Studie für Tablets eine durchschnittliche Haltbarkeit von vier Jahren und für Smartphones eine durchschnittliche Haltbarkeit von 2,5 Jahren aus; für PCs, Notebooks und Monitore eine durchschnittliche Haltbarkeit von fünf Jahren.

Die EU-Richtlinie (EU) 2024/1799 – Recht auf Reparatur („Right to Repair“) wurde im Jahr 2024 vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union beschlossen. In Deutschland existiert zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch keine vollständige nationale Umsetzung der Richtlinie. In Frankreich existiert ein solcher Index („Indice de réparabilité“). Der Reparierbarkeitsindex ist eine Kennzahl, die angibt, wie einfach sich ein Produkt reparieren lässt. Bewertet wird dabei unter anderem, wie gut Ersatzteile verfügbar sind, ob Reparaturanleitungen bereitgestellt werden und wie aufwendig die Reparatur ist. Die Skala reicht von 0 bis 10. Die Einteilung erfolgt gemäß dem Hersteller. Je höher der Wert, desto leichter lässt sich das Produkt reparieren. Der Index ist ein wichtiger Indikator für die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit des Produktes.

Die Bewertung basiert auf fünf Hauptkriterien:

  1. Dokumentation: Verfügbarkeit technischer Reparaturanleitungen

  2. Demontagefreundlichkeit: Einfachheit des Zerlegens, verwendete Werkzeuge und Befestigungen

  3. Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Dauer und Lieferzeiten der Ersatzteilverfügbarkeit

  4. Preis der Ersatzteile: Verhältnis zwischen Ersatzteilkosten und Produktpreis

  5. Produktspezifische Kriterien: spezielle Merkmale je nach Produktkategorie, z. B. Software-Rücksetzung bei Smartphones

Bechtle weist den Reparierbarkeitsindex, soweit von den Herstellern zur Verfügung gestellt, im Bechtle Shop aus.

Da die Bewertungen innerhalb einer Produktgruppe stark schwanken und von den individuellen Eigenschaften eines einzelnen Produktes abhängig sind, wurde für die Reparierbarkeit der Produktgruppen Notebooks und Smartphone ein Median ermittelt, der als allgemeine Orientierung verwendet werden kann. Die Fokussierung auf diese beiden Gerätekategorien ergibt sich aus der aktuellen Ausrollung der EU-Richtlinie, die zunächst nur diese Produktgruppen umfasst. Dieser basiert auf herstellerindividuellen Werten pro Artikel.

  • Notebooks Median 8,1

  • Smartphone Median 8,1

Die Hardwareprodukte bestehen zum Großteil aus Elektronikbauteilen (Rohstoffe wie Metalle oder Seltene Erden), Kunststoff und Displays, die meist aus Glas und Flüssigkristallen bestehen. Der recyclebare Anteil in unseren Produkten und Verpackungen ist von uns als IT-Händler weder beeinflussbar noch produkt- und herstellerübergreifend nachvollziehbar.

Angaben zum Recyclinganteil der verwendeten Materialien in den Endprodukten (Post-Consumer-Rezyklate) sind bei den großen Herstellern nur auf Produktserien bezogen zu finden und beziehen sich auf unterschiedliche Materialien. Sie können zum heutigen Zeitpunkt nicht auf Produktebene von uns ausgewertet werden.

Um Rückschlüsse auf den Recyclinganteil in neuen Produkten zu ziehen, kann die allgemeine Recyclingquote der EU einen ersten Anhaltspunkt liefern. Laut Daten des Europäischen Parlaments beträgt die Recyclingquote von Elektronikabfall weniger als 40 %. Die European Environment Agency gibt für das Jahr 2022 für Elektronikabfall eine Recyclingquote von 32 % an. Verbaute Materialien, wie Aluminium oder Plastik, können in neuen Produkten bereits aus recycelten Abfällen bestehen. Die Recyclingfähigkeit hängt zudem stark vom Design ab. Lassen sich die verbauten Komponenten der IT-Hardware sauber trennen, ist eine höhere Recyclingquote möglich als bei verklebten Komponenten.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick zum recyclebaren Anteil der von Bechtle eingesetzten Materialien im Bereich Verpackung:

Recyclebarer Anteil der von Bechtle eingesetzten Materialien im Bereich Verpackung in %

 

 

2025

 

2024

Eingesetzte Materialien: Recyclinganteil gesamt1

 

52

 

53

1

Verbrauchsmaterialien werden für die L&S Standorte in Deutschland ausgewertet

Die Recyclingquoten für die eingesetzten Materialien stammen überwiegend aus der offiziellen Statistik „Aufkommen und Recyclingquoten von Verpackungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Die Bechtle Box© ist eine wiederverwendbare Verpackungslösung, die die Ware sicher verpackt und Transportvolumen sowie Verpackungsmaterial spart. (photo)
Die Bechtle Box© ist eine wiederverwendbare Verpackungslösung, die die Ware sicher verpackt und Transportvolumen sowie Verpackungsmaterial spart.