Auch 2025 waren die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sehr angespannt. Neben dem anhaltenden Krieg in der Ukraine und den Konflikten im Nahen Osten führten insbesondere die von den USA verhängten Zölle zu erhöhten Unsicherheiten. Deutschland kehrte nach der Regierungsbildung und der Verabschiedung der Haushalte für 2025 und 2026 immerhin schrittweise zu mehr Planbarkeit zurück, was für Bechtle insbesondere bei den öffentlichen Auftraggebern spürbar war. Dies untermauert die Trendwende in der Entwicklung des BIP in Deutschland. Auch die anderen Volkswirtschaften in der EU legten zu. Der IT-Markt entwickelte sich erneut besser als die Gesamtwirtschaft. Bechtle konnte sich den konjunkturellen Belastungen zunächst nicht vollständig entziehen, steigerte jedoch zum Jahresende hin die Wachstumsraten zum Vorjahr deutlich.
Gesamtwirtschaft
Gesamtwirtschaft legt zu
Das Jahr 2025 war wie das Vorjahr von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Gründe hierfür waren unter anderem der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten sowie eine insgesamt politisch angespannte Lage, unter anderem bedingt durch die Handlungen der US-Administration. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU stieg 2025 laut Zahlen der Europäischen Kommission vom November dennoch um 1,4 % und damit stärker als im Vorjahr (1,1 %). In allen Quartalen konnte ein leichtes Wachstum erzielt werden. Innerhalb der Bechtle Märkte in der EU war die Entwicklung erneut unterschiedlich. Die im Vergleich beste Entwicklung verzeichnete im Berichtsjahr mit Abstand Irland mit einem Plus von 10,7 %. Am unteren Ende der Skala stehen neben Deutschland die Volkswirtschaften in Österreich und Italien mit einem leichten Anstieg des BIP um 0,3 % beziehungsweise 0,4 %.
Die deutsche Wirtschaft zeigte im Berichtsjahr, nach zwei Rezessionsjahren in Folge, erste Zeichen einer Stabilisierung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das BIP leicht um 0,2 %, nachdem im Vorjahr noch ein Rückgang von 0,5 % verzeichnet worden war. Die Entwicklung in den einzelnen Quartalen spiegelt die insgesamt verhaltene wirtschaftliche Dynamik wider. Im ersten Quartal stieg das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,4 %. Das zweite Quartal wies mit −0,2 % den einzigen Rückgang im Berichtsjahr aus. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal konnte sich die wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal stabilisieren, stagnierte jedoch mit 0,0 %. Zum Jahresende setzte sich der leicht positive Trend fort und führte zu einem Wachstum um 0,3 % im vierten Quartal. Die Ausrüstungsinvestitionen waren im Gesamtjahr weiterhin unter Druck und sanken um 2,3 %. Die staatlichen Investitionen stiegen hingegen um 1,5 %.
Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland zeigte im Jahresverlauf keine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Im Januar lag der Index bei 85,4 Punkten. Ab Februar erholte sich der Wert in kleinen Schritten und erreichte im August mit 88,8 Punkten seinen Jahreshöchststand. Zum Jahresende schloss der Index bei 87,6 Punkten und damit über dem Niveau zu Jahresbeginn.
Branche
Deutscher IT-Markt setzt Wachstum fort
Der IT-Markt in Deutschland entwickelte sich laut Angaben des Branchenverbands Bitkom auch 2025 trotz weiterhin anspruchsvoller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen positiv und wuchs um 5,2 %. Damit konnte das Wachstum zwar nicht an das Niveau des Vorjahres von 6,4 % anknüpfen, es unterstreicht jedoch die anhaltende Stabilität und Widerstandsfähigkeit der IT-Branche. Das Geschäft mit IT-Hardware wuchs mit 3,8 % stärker als in den beiden Jahren zuvor, aber weiterhin unterproportional zum Gesamtmarkt. Die Serviceumsätze stiegen um 2,7 %. Maßgebliche Wachstumstreiber blieben die Softwareumsätze, die ein starkes Plus von 9,5 % erreichten, damit aber nicht an das Vorjahresniveau von 13,6 % anknüpfen konnten.
Nach Angaben des französischen Branchenverbands numeum verzeichnete der IT-Markt in Frankreich im Jahr 2025 ein moderates Wachstum von 2,0 %. Er entwickelte sich damit erneut deutlich schwächer als der deutsche IT-Markt.
Der ifo-Index für IT-Dienstleister spiegelt die angespannte Stimmung in der Branche wider. Der Saldowert des Index fiel im Jahresverlauf 2025 von 4,6 Punkten auf −0,3 Punkte. Der Jahrestiefststand wurde im Mai mit −1,7 Punkten erreicht.
Gesamteinschätzung und Auswirkungen des wirtschaftlichen Umfelds
Herausfordernde Rahmenbedingungen halten an
Die Entwicklung der Gesamtwirtschaft war im Berichtsjahr aufgrund der beschriebenen zahlreichen Konflikt- und Krisenherde äußerst herausfordernd. Gleichwohl haben sich sowohl die Energiepreise als auch die Inflationslage weiter stabilisiert und ein Normalniveau erreicht. Auch das im Frühjahr von der Bundesregierung angekündigte und im Jahresverlauf verabschiedete Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität über 500 Mrd. € konnte leichte positive Impulse für die Stimmung in der Wirtschaft setzen. Dennoch verharrte das Wirtschaftswachstum in unseren Ländermärkten auf eher niedrigem Niveau. Im IT-Markt war die Lage positiver – dies belegt insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach Software. Auch die Kaufzurückhaltung bei IT-Hardware löste sich ein wenig.
Bechtle wächst stärker als der IT-Markt und baut somit seinen Marktanteil aus
Die Bechtle Gruppe konnte sich in diesem Umfeld gut behaupten. Insgesamt lag das Wachstum des Geschäftsvolumens im Berichtsjahr über dem des IT-Marktes; damit hat sich der Marktanteil von Bechtle weiter erhöht. Die steigenden Investitionen in der Kundengruppe der öffentlichen Auftraggeber konnte die weiterhin bestehende Kaufzurückhaltung im Mittelstand sowie in unserem Ländermarkt Frankreich ausgleichen.
Neben den aufgezeigten Herausforderungen gab es in den Bechtle Märkten keine wesentlichen Ereignisse außerhalb des Unternehmens, die sich nennenswert auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt haben.
