In anhaltend wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig, auf eine solide Bilanz vertrauen zu können. Bei Bechtle ist dies seit jeher gegeben. Unsere Bilanz und die darin enthaltenen Kennzahlen unterstreichen unsere Solidität und Zuverlässigkeit. Deutlich wird dies insbesondere in der unverändert starken Eigenkapitalquote und weiterhin komfortablen Liquiditätslage.
Soweit wir Strukturkennzahlen im Zusammenhang mit der Vermögenslage beziehungsweise dem Working Capital bilden, verwenden wir als Bezugsgröße das Geschäftsvolumen.
Solide Bilanz
Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns ist im Berichtsjahr auf 4.574,7 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung um 8,5 %.
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2025 |
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2024 |
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2023 |
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2022 |
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2021 |
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Aktiva |
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Langfristige Vermögenswerte |
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1.885,0 |
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1.579,2 |
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1.427,3 |
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1.115,2 |
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984,2 |
Kurzfristige Vermögenswerte |
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2.689,6 |
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2.638,1 |
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2.375,9 |
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2.332,7 |
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2.035,6 |
Passiva |
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Eigenkapital |
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2.052,3 |
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1.915,1 |
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1.742,6 |
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1.538,3 |
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1.353,1 |
Langfristige Schulden |
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791,9 |
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694,0 |
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784,9 |
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464,9 |
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499,5 |
Kurzfristige Schulden |
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1.730,5 |
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1.608,2 |
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1.275,7 |
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1.444,6 |
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1.167,1 |
Bilanzsumme |
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4.574,7 |
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4.217,3 |
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3.803,2 |
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3.447,9 |
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3.019,8 |
Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte zum Stichtag um 19,4 % auf 1.885,0 Mio. €. Die größte Position innerhalb der langfristigen Vermögenswerte bleiben weiterhin die Geschäfts- und Firmenwerte. Diese stiegen im Berichtsjahr akquisitionsbedingt um 14,8 % beziehungsweise um 127,0 Mio. € auf 983,9 Mio. €. Auch die sonstigen immateriellen Vermögenswerte wuchsen aufgrund von Akquisitionen und Investitionen, hier vor allem in die interne IT, um 26,4 % auf 192,4 Mio. €. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich teils akquisitionsbedingt, teils investitionsgetrieben um 55,9 Mio. € beziehungsweise 11,5 % auf 542,3 Mio. €.
Die Ausgaben für Investitionen lagen mit 121,0 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 88,7 Mio. €. Die Investitionsquote stieg damit von 21,8 % auf 25,6 %. Dieser Anstieg ist zum einen auf Investitionen in Neubauten sowie in unsere interne IT zurückzuführen. Rund 23 Mio. € erklären sich zum anderen aus dem Geschäft der Bechtle Financial Services AG. Sie bietet als Finanzierungsinstrumente Miet- und Leasingmodelle im direkten Leasing sowie Ratenkäufe an. Der wesentliche Teil dieser Finanzierungsgeschäfte wird in Form von Forfaitierungen direkt refinanziert, ein kleinerer Teil verbleibt jedoch in der Unternehmensbilanz und wird daher auch als Investition ausgewiesen. Die klassischen Investitionen beliefen sich demnach auf rund 98 Mio. € und lagen damit nur leicht über unserer ursprünglichen Prognose von bis zu 95 Mio. €.
Die Anlagenintensität stieg zum Stichtag 31. Dezember 2025 von 37,5 % auf 41,2 %. Der Deckungsgrad der langfristigen Vermögenswerte durch das Eigenkapital belief sich auf 108,9 %, nach 121,3 % im Vorjahr.
Komfortable Liquidität
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 2,0 % auf 2.689,6 Mio. €. Die Vorräte erhöhten sich nur leicht um 1,2 % auf 381,7 Mio. € (Vorjahr: 377,2 Mio. €). Entsprechend verringerte sich der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme von 8,9 % auf 8,3 %. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung zum Jahresende um 16,9 % auf 1.348,4 Mio. €. Die Außenstandsdauer der Forderungen (DSO) reduzierte sich im Berichtsjahr trotzdem. Sie lag zum Jahresende bei 36,2 Tagen, nach 38,3 Tagen im Vorjahr. Hier zeigt sich einmal mehr das weiterhin gut funktionierende Forderungsmanagement bei Bechtle, und dass, trotz der anhaltend angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage, kein erhöhtes Forderungsausfallrisiko besteht. Die sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich um 27,9 % beziehungsweise 103,5 Mio. €. Grund für den signifikanten Anstieg sind höhere Vertragsvermögenswerte, die sich unter anderem aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens in Rahmenverträgen mit entsprechenden Abrechnungsformen sowie Mehrjahresverträgen widerspiegeln. Die Rechnungsabgrenzungsposten erhöhten sich als eine Folge des besonders starken Jahresendgeschäfts. Des Weiteren sind hier Abgrenzungen für langjährige Wartungsverträge in unserem PLM (Product Lifecycle Management)-Geschäft mit SolidWorks enthalten.
Die liquiden Mittel reduzierten sich aufgrund weiterer Akquisitionen sowie der Tilgung von Darlehen um 264,3 Mio. € auf 378,8 Mio. €. Die Liquidität bei Bechtle – inklusive der Geld- und Wertpapieranlagen – bewegt sich mit 452,0 Mio. € auf einem komfortablen Niveau. Damit verfügen wir über ausreichend eigene Mittel, um das organische und akquisitorische Wachstum zu finanzieren. Zusätzlich zu den liquiden Mitteln verfügt Bechtle über freie Kreditlinien (ohne Avalkreditlinien) in Höhe von 419,5 Mio. € (Vorjahr: 473,8 Mio. €).
Bechtle verfügt über ausreichend liquide Mittel, um das künftige Wachstum, sowohl organisch als auch akquisitorisch, zu finanzieren.
Das Working Capital (definiert als Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Rechnungsabgrenzungsposten aus Kundenwartungsverträgen – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – Abgrenzungsposten) sank um 10,8 % und betrug zum Jahresende 500,5 Mio. €. In Relation zum Geschäftsvolumen ist der Wert von 7,1 % auf 5,8 % zurückgegangen. Hier hat sich unter anderem der Aufbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen positiv bemerkbar gemacht.
Auf der Passivseite lagen die langfristigen Schulden zum Stichtag bei 791,9 Mio. € und damit 14,1 % über dem Vorjahreswert. Diese Veränderung basiert vor allem auf deutlich höheren langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Mehrjahreslizenzen, die wiederum Teil von langfristigen Kundenverträgen sind. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten stiegen unter anderem wegen höherer Leasingverbindlichkeiten für Immobilien um 12,3 Mio. €. Der Anteil der langfristigen Schulden an der Bilanzsumme erhöhte sich damit leicht von 16,5 % auf 17,3 %.
Die kurzfristigen Schulden wuchsen um 7,6 % auf 1.730,5 Mio. €. Hintergrund ist zum einen ein Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 131,3 Mio. € auf 958,3 Mio. € aufgrund der hohen Geschäftsaktivität zum Jahresende. Zum anderen erhöhten sich die Vertragsverbindlichkeiten um 26,7 % und damit um 56,7 Mio. €. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich aufgrund von planmäßigen Tilgungen dagegen deutlich um 60,4 % auf 71,8 Mio. €.
Eigenkapitalquote weiterhin auf hohem Niveau
Das Eigenkapital stieg im Berichtsjahr um 7,2 % auf 2.052,3 Mio. €, bedingt durch die um 137,0 Mio. € höheren Gewinnrücklagen. Die Eigenkapitalquote sank im Geschäftsjahr 2025 leicht von 45,4 % im Vorjahr auf 44,9 %. Die Eigenkapitalrendite lag im Berichtsjahr bei 12,2 %, nach 14,4 % im Vorjahr.
Der Verschuldungsgrad stieg zum 31. Dezember 2025 von 120,2 % auf 122,9 % leicht an. Die Nettoverschuldung lag bei einem Wert von 20,6 Mio. €, nach −130,7 Mio. € im Vorjahr.
Die Gesamtkapitalrentabilität, die als Kennzahl die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals widerspiegelt, sank im Berichtsjahr von 7,2 % auf 6,2 %.
Angesichts des wenig sachanlageintensiven Geschäfts von Bechtle wird der ROCE (Return on Capital Employed) von der Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden einerseits sowie der Ergebnisentwicklung andererseits beeinflusst. Der ROCE belief sich im Berichtsjahr auf 14,9 %, nach 16,5 % im Vorjahr.
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2025 |
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2024 |
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2023 |
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2022 |
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2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
ROCE |
% |
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14,9 |
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16,5 |
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18,9 |
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20,1 |
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22,2 |
Capital Employed |
Mio. € |
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2.247,7 |
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2.126,9 |
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2.017,7 |
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1.767,0 |
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1.469,6 |
Wertangaben
Die Zeitwerte der kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden entsprechen nahezu ausnahmslos den Bilanzansätzen. Im Rahmen der langfristigen Vermögenswerte werden die immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer, das Sachanlagevermögen sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen aus Ertragsteuern, die sonstigen Vermögenswerte sowie die Geldanlagen und die latenten Steuern nach fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Bilanzansätze der Geschäfts- und Firmenwerte werden jährlich anhand von Impairment-Tests auf Basis der Nutzungswerte auf Werthaltigkeit geprüft. Die Nutzungswerte übersteigen die bilanzierten Wertansätze zumeist deutlich, sodass keine Wertminderungen auf diese Vermögenswerte vorgenommen wurden. Die langfristigen Schulden werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
