Im Folgenden möchten wir ein Verständnis für unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) vermitteln, die sich aus unserer aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse ergeben haben. Durch methodische Veränderungen ist das Themengebiet „Betroffene Gemeinschaften“ (ESRS S3) nicht mehr als wesentlich eingestuft. Zusätzlich wurden die IROs hinsichtlich der Beschreibung geschärft und im Themengebiet ESRS E2 „Umweltverschmutzung“ aggregiert. Nachfolgend führen wir jeweils nach Themenstandard und Thema geordnet tabellarisch die identifizierten IROs auf, beschreiben die tatsächliche oder potenzielle Klassifizierung, den Zeithorizont sowie die Position innerhalb der Wertschöpfungskette. Wir erläutern die IROs allein an dieser Stelle und nicht noch einmal zusätzlich in den Themenstandards. Bei tatsächlichen Auswirkungen ist der Zeithorizont in den folgenden tabellarischen Aufstellungen jeweils mit n/a gekennzeichnet, da diese Angabe obsolet ist.
Klimawandel
Im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse konnten wir für das Thema Klimawandel ein Risiko im Unterthema Anpassung an den Klimawandel feststellen, vier negative Auswirkungen im Unterthema Klimaschutz sowie vier negative Auswirkungen im Unterthema Energie.
Wesentlicher IRO |
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Klassifizierung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungsstufe |
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IRO-Beschreibung |
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Angabe, ob das Unternehmen durch seine Tätigkeit oder aufgrund seiner Geschäftsbeziehung einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen hat, mit einer Beschreibung der Art der betreffenden Tätigkeit oder Geschäftsbeziehung. |
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E1 – Anpassung an den Klimawandel |
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Risiko von Wettbewerbsnachteilen/Umsatzverlust |
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n/a |
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kurzfristig |
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eigener Geschäftsbereich |
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Es besteht die Gefahr, dass die gesetzten und durch SBTi validierten Klimaschutzziele des Unternehmens nicht erreicht und die Validierung ggf. nicht aufrechterhalten werden kann. Diese Validierung wird jedoch von Kunden zunehmend als Voraussetzung für die Zusammenarbeit gefordert. Verlust von Kundenvertrauen und Glaubwürdigkeit im Bereich Nachhaltigkeit, Ausschluss von Ausschreibungen, insbesondere bei öffentlichen oder nachhaltig orientierten Auftraggebern, Rückgang von Aufträgen und Umsatzverlusten durch nicht erfüllte ESG-Anforderungen sowie Reputationsschäden in der Branche und bei Stakeholdern sind mögliche Auswirkungen. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette |
E1 – Klimaschutz |
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Negative Auswirkung auf das Klima durch Nutzung von Firmenfahrzeugen, die zu THG-Emissionen führen (Scope 1) |
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tatsächlich |
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n/a |
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eigener Geschäftsbereich |
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Durch den Betrieb unserer firmeneigenen Fahrzeugflotte entstehen jährlich erhebliche CO2-Emissionen. Diese direkten Emissionen tragen unmittelbar zum Klimawandel bei und führen zu Temperatursteigerungen sowie Extremwetterereignissen. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch die Erschließung von Minen, die zu THG-Emissionen führen (Scope 3) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Durch die Rohstoffgewinnung von Gold, Kobalt und Kupfer entstehen hohe Treibhausgasemissionen. Bestimmte Stoffe können sich beispielsweise unter bestimmten oxidativen und schwefelhaltigen Bedingungen selbst verbrennen, was zur Freisetzung von Methan und anderen Treibhausgasen führt, die negativ zur Luftverschmutzung beitragen. Diese Rohstoffe werden hauptsächlich für die Produktion der von Bechtle vertriebenen Hardware verwendet. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch den Energieverbrauch für Bechtle Bürogebäude, Lager und Rechenzentren, die zu energiebezogenen THG-Emissionen führen (Scope 2) |
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tatsächlich |
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n/a |
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eigener Geschäftsbereich |
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Bei der Bechtle AG entstehen im eigenen Geschäftsbereich hauptsächlich Treibhausgasemissionen durch die Energieaufwendungen für die Unterhaltung von Bürogebäuden, Lager und Rechenzentren. Der Anteil regenerativer Energie wird bei Bechtle kontinuierlich erhöht. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Großteil der verwendeten Energie noch von der konventionellen Energieerzeugung (fossil) stammt. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch Rohstoffabbau, Produktion, Transport und Produktnutzung entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Ein Großteil der Emissionen von Bechtle entsteht in der vor- und nachgelagerten Lieferkette, insbesondere durch eingekaufte Dienstleistungen, den Transport und die Nutzung unserer Produkte. Diese Emissionen sind schwer zu kontrollieren, stellen jedoch den größten Anteil unserer Klimawirkung dar. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
E1 – Energie |
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Negative Auswirkung auf das Klima durch den hohen Energieverbrauch für die Rohstoffgewinnung der eingesetzten Rohstoffe in den Bechtle Produkten, die zu energiebezogenen THG-Emissionen führen (Scope 3) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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In der Rohstoffgewinnung für die Bechtle Produkte wird viel Energie verbraucht, wodurch die Umwelt belastet wird. Es entstehen energiebedingte Treibhausgasemissionen, die zur globalen Erderwärmung beitragen. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch den Energieverbrauch der durch Bechtle betriebenen Rechenzentren, der zu energiebezogenen THG-Emissionen führt |
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tatsächlich |
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n/a |
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eigener Geschäftsbereich |
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Rechenzentren haben einen sehr hohen Energiebedarf und gelten als die Stromverbraucher Nummer 1 in der IT. Energie, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, geht mit signifikant hohen Treibhausgasemissionen einher. |
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eigene Tätigkeit (Administration, Vertrieb & IT-Service) in allen Standortgebieten (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch den hohen Energieverbrauch innerhalb der Produktionsprozesse der vertriebenen Bechtle Hardware, der zu energiebezogenen THG-Emissionen führt (Scope 3) |
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tatsächlich |
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n/a |
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vorgelagert |
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Die Hauptproduktion der Bechtle Produkte ist unter anderem in China; dort basiert die Stromerzeugung vor allem auf fossilen Energieträgern (Braunkohle und Steinkohle). Aus den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien geht hervor, dass die Herstellung 64 % bis 83 % der gesamten Treibhausgasemissionen eines Arbeitsplatzcomputers ausmacht. Durch den Energieverbrauch in der Produktion von der Hardware, die Bechtle weitervertreibt, entstehen demgemäß hohe Treibhausgasemissionen. |
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Geschäftsbeziehungen durch Warenbezug in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Negative Auswirkung auf das Klima durch den Energieverbrauch für die Entsorgung und gegebenenfalls Wiederverwertung der von Bechtle vertriebenen Produkte, der zu energiebezogenen THG-Emissionen führt (Scope 3) |
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tatsächlich |
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n/a |
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nachgelagert |
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Im Bereich der Entsorgung und des Recyclings für die Elektronikindustrie entsteht ein hoher Energieverbrauch. Die Verwertung der Altgeräte umfasst dabei die Vorbereitung zur Wiederverwendung, das Recycling und die sonstige (insbesondere energetische) Verwertung. Die Umwelt wird belastet, wenn Energie verbraucht wird. Denn es entstehen energiebedingte Treibhausgasemissionen, die zur globalen Erderwärmung beitragen. |
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Geschäftsbeziehung in der nachgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Wertschöpfungskette Bechtle) |
Aktuell bestehen keine wesentlichen Änderungen von finanziellen Positionen sowie keine getätigten Ausgaben für Maßnahmen in Zusammenhang mit den bestehenden negativen Auswirkungen und Risiken. Aktuell erwarten wir keine finanziellen Effekte aus den wesentlichen Risiken. Wir rechnen mit Investitionen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien an unseren Standorten sowie beim Betrieb von nachhaltigen Rechenzentren; dies betrifft insbesondere Investitionen in Ladeinfrastruktur und Gebäudeeffizienz. Aktuell haben wir keine Investitionspläne erstellt oder Finanzierungsquellen vorgesehen.
1.000 Ladepunkte
für Elektrofahrzeuge stehen an den Unternehmensstandorten in der DACH-Region bereit.
In unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Produktportfolio an nachhaltigen Produkten, Technologien und IT-Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit unseren Herstellerpartnern auszubauen. So können wir auch in der Beratung unserer Kunden Themen wie Energieeffizienz, eingesetzte Materialien, Transportwege und mehr berücksichtigen und die identifizierten Auswirkungen im Bereich Umwelt mitdenken.
Auf Unternehmensebene bauen wir an unseren Standorten den Bezug von erneuerbaren Energien weiter aus, unter anderem durch die Eigenproduktion mittels Photovoltaik- und Geothermieanlagen. Im Bereich der Rechenzentren haben wir uns zum Ziel gesetzt, langfristig Partner auszuwählen, die einen nachhaltigen Betrieb garantieren.
Indem wir die identifizierten Auswirkungen und Risiken in unser Geschäftsmodell integrieren, stärken wir unsere Widerstandsfähigkeit und positionieren uns als nachhaltiger Partner für unsere Kunden. Auf diese Weise schaffen wir langfristige Wettbewerbsvorteile.
Die von uns identifizierten wesentlichen negativen Auswirkungen haben wir als tatsächliche Auswirkungen klassifiziert. Sie tragen aufgrund der im Fokus stehenden THG-Emissionen direkt zum globalen Klimawandel bei und betreffen somit implizit die Bevölkerung, die von den negativen Auswirkungen des Klimawandels beispielsweise durch Naturkatastrophen betroffen ist. Da der Vertrieb von IT-Hardware einen essenziellen Bestandteil unseres Geschäftsmodells darstellt, ist es für uns ein wichtiges Ziel, gemeinsam mit Herstellerpartnern Verbesserungen anzustreben. Durch die Gestaltung eines energieeffizienten Produktportfolios und die entsprechende Beratung unserer Kunden können wir hier aktiv zu Verbesserungen beitragen.
Rechenzentren sind einer der größten Energieverbraucher im digitalen Sektor. Hier sehen wir ein sehr großes Potenzial, die THG-Emissionen zu verringern und damit einen positiven Beitrag zu leisten.